Die Sanierung der IGS Roderbruch

Die baulichen Probleme der IGS Roderbruch beschäftigen Schule und Politik schon seit vielen Jahren. Dabei wurden immer wieder einzelne Gebäudeteile saniert und erhebliche Summen investiert. Eine vollständige Erneuerung des großen Schulkomplexes ist jedoch eine Aufgabe, die sich über viele Jahre erstrecken wird.

2022: Der Sanierungsbedarf wird unübersehbar

Im Jahr 2022 rückte der Zustand der IGS Roderbruch verstärkt in die öffentliche und politische Diskussion. Undichte Dächer und Fassaden sorgten dafür, dass bei Regen Wasser in das Gebäude eindrang. Die Situation wurde auch von Schülerinnen und Schülern, Eltern und Beschäftigten der Schule im Stadtbezirksrat thematisiert.

Dabei war die IGS keineswegs völlig ohne Investitionen geblieben. In den Jahren zuvor waren bereits verschiedene Einzelmaßnahmen umgesetzt worden. Dazu gehörten Brandschutzmaßnahmen im Haupt- und Primargebäude, die Sanierung der Sporthallen sowie Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Raumakustik.

Besonders dringlich war jedoch der Zustand von sechs Pultglasdächern über der Schulstraße und zwei Schrägfassaden des Hauptgebäudes. Die Stadt legte schließlich eine Beschlussdrucksache für deren Sanierung mit einem Volumen von rund 1,8 Millionen Euro vor. Der Stadtbezirksrat stimmte der Maßnahme im Dezember 2022 einstimmig zu.

Die Stadt stellte dabei zugleich klar, dass die IGS Roderbruch wegen des anhaltend hohen Bedarfs an Schulplätzen dauerhaft als Schulstandort benötigt wird.

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2023: Sanierung trifft auf Denkmalschutz

Mit der geplanten umfassenden Sanierung rückte 2023 eine weitere Frage in den Mittelpunkt: Wie wirkt sich der Denkmalschutz auf die Erneuerung der Schule aus?

Die IGS Roderbruch befand sich bereits seit Jahren in einem Verfahren zur Bewertung ihres Denkmalwertes. Im Stadtbezirksrat bestand die Sorge, dass zusätzliche denkmalrechtliche Anforderungen die ohnehin aufwendige Sanierung weiter verteuern oder verzögern könnten.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen brachten deshalb einen gemeinsamen Änderungsantrag ein. Darin wurde gefordert, die IGS Roderbruch von der Vorschlagsliste für den Denkmalschutz zu entfernen, um die Sanierung möglichst schnell und finanziell tragbar durchführen zu können.

Der Stadtbezirksrat unterstützte diese Forderung einstimmig. Die Entscheidung über den Denkmalstatus lag allerdings nicht beim Bezirksrat.

Unser Antrag: IGS Roderbruch von der Vorschlagsliste für den Denkmalschutz entfernen - Drucksache 15-0331/2023

Die SPD hakt beim Denkmalschutz nach

Die SPD-Fraktion stellte zusätzlich eine eigene Anfrage zur ungeklärten Situation. Wir wollten unter anderem wissen, weshalb die Bewertung des Denkmalwertes so lange dauerte und ob durch die bisherige Behandlung des Gebäudes zusätzliche Kosten oder Verzögerungen bei der Sanierung entstanden waren.

Unsere Anfrage: Klärung des Denkmalschutzes der IGS Roderbruch - Drucksache 15-0588/2023

Der politische Vorstoß änderte den Denkmalstatus letztlich nicht. Die besondere Architektur der IGS mit ihrer großen Gesamtanlage, der internen Schulstraße sowie ihrer charakteristischen Detail- und Farbgestaltung wurde als erhaltenswert bewertet.

Im Oktober 2023 widmete sogar das Niedersächsische Landesamt für Denkmalpflege der Schule eine eigene öffentliche Führung unter dem Titel "Die IGS Roderbruch - ein gelber Riese als Baudenkmal?"

HAZ: Vorstoß scheitert - Gebäude der IGS Roderbruch bleibt unter Denkmalschutz

Gleichzeitig entsteht ein Plan für die Gesamtsanierung

Parallel zur Diskussion um den Denkmalschutz wurde die Zukunft des gesamten Gebäudekomplexes untersucht.

Die Stadt hatte 2022 eine Machbarkeitsstudie zur Sanierung der IGS Roderbruch in Auftrag gegeben. Im Sommer 2023 wurden deren Ergebnisse vorgestellt.

Das zentrale Ergebnis lautete: Die IGS Roderbruch ist sanierungsfähig.

Das beauftragte Ingenieurbüro entwickelte einen Sanierungsplan, der die Arbeiten in sechs Phasen unterteilte. Damit war grundsätzlich geklärt, dass der bestehende Gebäudekomplex erhalten und erneuert werden kann.

Eine entscheidende Frage blieb jedoch offen: Wann werden diese sechs Phasen tatsächlich umgesetzt?

2024: 2,74 Millionen Euro für Sicherheit und WLAN

Während die langfristige Gesamtsanierung weiter geplant wurde, liefen notwendige Einzelmaßnahmen weiter.

Im Frühjahr 2024 beschloss der Stadtbezirksrat einstimmig die Erneuerung der Alarmierungstechnik und die Erweiterung des WLANs. Dafür wurden insgesamt 2,74 Millionen Euro eingeplant.

Die Maßnahme umfasst unter anderem Sicherheitstechnik und Brandmeldeanlagen sowie die technische Infrastruktur in Haupt- und Primargebäude und den Sporthallen.

Landeshauptstadt Hannover: Erneuerung Alarmierungstechnik und Erweiterung WLAN - Drucksache 0602/2024

Die einzelnen Investitionen sind wichtig für den laufenden Schulbetrieb. Sie ersetzen jedoch nicht die langfristig notwendige umfassende Erneuerung des gesamten Gebäudekomplexes.

2024: Ein neuer Schulhof gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern

Nicht nur das Gebäude: Auch der Schulhof gehört zur Schule

Eine moderne Schule besteht nicht nur aus Unterrichtsräumen. Gerade bei einer Ganztagsschule verbringen Schülerinnen und Schüler einen großen Teil ihres Tages auf dem Schulgelände.

Bei einer Begehung der IGS wurde deshalb auch der Wunsch der Schülerinnen und Schüler nach einer Aufwertung des Schulhofes deutlich.

SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP beantragten deshalb gemeinsam, den Schulhof zusammen mit der IGS Roderbruch sowie den Fachbereichen Umwelt und Stadtgrün und Schule neu zu gestalten.

Dabei sollten ausdrücklich Schülerinnen und Schüler sowie weitere Nutzerinnen und Nutzer des Geländes beteiligt werden.

Der Stadtbezirksrat stellte dafür insgesamt 9.595 Euro aus eigenen Mitteln zur Verfügung. Der Fachbereich Schule stellte ergänzend weitere Mittel in Aussicht.

Der Bezirksrat beschloss den Antrag einstimmig, die Verwaltung sagte die Umsetzung zu.

Unser gemeinsamer Antrag: Umgestaltung des Schulhofs der IGS Roderbruch - Drucksache 15-0023/2024

Entscheidung der Verwaltung zur Umgestaltung des Schulhofs - Drucksache 15-0023/2024 S1

2025 wurde erneut nach dem Stand des Projekts gefragt. Zu diesem Zeitpunkt hatten Auszubildende des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün zwei Entwürfe erarbeitet. Die Auswahl und weitere Planung sollten gemeinsam mit der Schule erfolgen.

2025: Die Gesamtsanierung rückt wieder in den Mittelpunkt

Die grundlegende Frage nach der Zukunft des Gebäudekomplexes blieb auch 2025 bestehen.

Inzwischen war klar, dass die Erneuerung der IGS Roderbruch zu den großen Schulbauaufgaben der Landeshauptstadt gehört. Gleichzeitig diskutierte die Stadt darüber, wie große Bauprojekte künftig organisatorisch schneller umgesetzt werden können.

SPD im Rat: Mit der IGS Roderbruch beginnen

Im Herbst 2025 brachte die SPD-Ratsfraktion deshalb den Antrag "Sanierungsstau lösen - mit der IGS Roderbruch beginnen" ein.

Die geplante städtische Hochbaugesellschaft sollte nach dem Antrag so organisiert und finanziell ausgestattet werden, dass die bauliche Erneuerung der IGS Roderbruch zu ihren ersten Projekten gehören kann.

SPD-Antrag im Rat: Sanierungsstau lösen - mit der IGS Roderbruch beginnen - Drucksache 2061/2025

Der Antrag durchlief anschließend mehrere Ratsgremien. Nach einem Änderungsantrag, der zusätzlich das Gymnasium Bemerode einbezog, wurde der ursprüngliche SPD-Antrag im Dezember 2025 schließlich zurückgezogen.

Unabhängig vom Ausgang des Antrags wurde damit die Frage auf die gesamtstädtische Ebene gehoben, wie ein Schulbauprojekt dieser Größenordnung organisatorisch und finanziell überhaupt umgesetzt werden kann.

2025: Keine weitere Verzögerung beim Großraum 2

Gleichzeitig wurde an einzelnen Teilen der Schule weiter geplant.

Der Umbau des Großraums 2 war nach Angaben aus dem Stadtbezirksrat seit langer Zeit von der Schule gefordert worden. Die Planungen waren inzwischen abgeschlossen und die notwendigen Mittel vorhanden. Der Baubeginn war für den Sommer 2026 vorgesehen.

Kurzfristig stellte sich jedoch heraus, dass für die Bauphase noch keine mobilen Raumeinheiten eingeplant worden waren.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen brachten deshalb im November 2025 einen Dringlichkeitsantrag ein. Die Planung der benötigten Ausweichräume sollte umgehend beginnen, damit die Baumaßnahme noch im Schuljahr 2026/2027 abgeschlossen werden kann.

Der Stadtbezirksrat beschloss den Antrag einstimmig.

Unser Antrag: Mobile Raumeinheiten für die Umbauphase Großraum 2 - Drucksache 15-2344/2025

2026: Wie geht es mit der Gesamtsanierung weiter?

Mehr als fünf Jahrzehnte nach dem Bau der IGS Roderbruch ist klar: Die Erneuerung der Schule wird kein einzelnes Bauprojekt sein, das innerhalb weniger Monate abgeschlossen werden kann.

Dächer und Fassaden, Brandschutz und Sicherheitstechnik, Unterrichtsbereiche, technische Infrastruktur und Außenanlagen müssen schrittweise erneuert werden. Gleichzeitig muss der Schulbetrieb für eine der größten Schulen Niedersachsens während der Arbeiten weiterlaufen.

Mit der geplanten hanova KOMMUNAL GmbH verfolgt die Landeshauptstadt inzwischen einen neuen organisatorischen Ansatz für besonders große und komplexe Hochbauprojekte. Nach den Planungen der Stadt soll auch die komplexe Sanierung der IGS Roderbruch zu den Aufgaben dieser Gesellschaft gehören.

Damit könnte sich eine neue Perspektive für die umfassende Sanierung ergeben. Entscheidend bleibt jedoch, aus den bisherigen Untersuchungen und Einzelmaßnahmen einen verlässlichen Zeit-, Bau- und Finanzierungsplan für die gesamte Schule zu entwickeln.

Seit Jahren regnet es in die Schule hinein. Dieser Zustand ist nicht tragbar.
Peter Knüppel, SPD, Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld, 08.12.2022