Der Wertstoffhof an der Neue-Land-Straße ist für viele Menschen in Groß-Buchholz und den angrenzenden Stadtteilen eine wichtige Anlaufstelle für die wohnortnahe Entsorgung von Wertstoffen und Grünabfällen. Seit Ende 2021 ist sein Betrieb jedoch immer wieder Gegenstand politischer Diskussionen.

Mit der damaligen Schließung des Wertstoffhofs aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände von aha begann eine Entwicklung, die den Stadtbezirk bis heute beschäftigt. Seitdem ging es um Übergangslösungen, die Ausweitung der Grüngutannahme, die angekündigte Wiedereröffnung des Wertstoffhofs und zuletzt auch um die Frage, welche Wertstoffe künftig wieder vor Ort angenommen werden können.

Der SPD-Ortsverein Groß-Buchholz und die SPD-Fraktion im Stadtbezirksrat haben die Entwicklung seit 2021 wiederholt begleitet und das Thema in die politischen Gremien eingebracht.

Auf dieser Seite dokumentieren wir die wichtigsten Stationen seit der Schließung, die Initiativen und Beschlüsse im Stadtbezirksrat sowie den aktuellen Stand rund um den Wertstoffhof Neue-Land-Straße.

2021: Die Schließung des Wertstoffhofs

Im Jahr 2021 wurde bekannt, dass der Wertstoffhof an der Neue-Land-Straße aufgrund umfangreicher Baumaßnahmen auf dem Betriebsgelände von aha für mehrere Jahre geschlossen werden sollte. Auf dem Gelände an der Karl-Wiechert-Allee plante aha umfangreiche Neu- und Umbaumaßnahmen. Einen Ersatzstandort für den Wertstoffhof im Stadtbezirk gab es zunächst nicht.

Die angekündigte Schließung stieß im Stadtbezirk auf deutliche Kritik. Der Wertstoffhof war insbesondere für die wohnortnahe Entsorgung von Grünabfällen und Wertstoffen von Bedeutung. Als Alternativen wurden unter anderem die Wertstoffhöfe in Lahe, am Mengendamm und am Döhrbruch genannt. Gerade für Menschen, die ihre Abfälle zu Fuß oder mit dem Fahrrad transportieren, bedeutete dies deutlich weitere Wege.

Auch der Stadtbezirksrat Buchholz-Kleefeld beschäftigte sich mit der Situation. Bereits 2021 wurde gefordert, geeignete Flächen für einen temporären Wertstoffhof im Stadtbezirk zu suchen, um während der Bauarbeiten weiterhin eine wohnortnahe Entsorgungsmöglichkeit anbieten zu können.

Der SPD-Ortsverein Groß-Buchholz kritisierte insbesondere die aus seiner Sicht unzureichende und kurzfristige Kommunikation über die geplante Schließung. Im November 2021 verabschiedete der Ortsverein eine Resolution und forderte eine tragfähige Lösung für die Zeit der Bauarbeiten. Eine lediglich eingeschränkte Annahme von Grüngut konnte aus Sicht des Ortsvereins einen vollwertigen Wertstoffhof nicht dauerhaft ersetzen.

Damit begann eine Auseinandersetzung um den Standort Neue-Land-Straße, die den Stadtbezirk auch in den folgenden Jahren weiter beschäftigen sollte.

2022: Übergangslösung und Zusage zur Wiedereröffnung

Auch nach der Schließung blieb die Zukunft des Wertstoffhofs Neue-Land-Straße ein wichtiges Thema. Die SPD forderte weiterhin eine wohnortnahe Möglichkeit zur Entsorgung und brachte die Diskussion Anfang 2022 auch auf die Ebene des SPD-Unterbezirks Hannover-Stadt.

Dabei ging es nicht nur um die Situation in Groß-Buchholz. Gefordert wurde grundsätzlich, geplante Schließungen von Wertstoffhöfen frühzeitig zu kommunizieren und während längerer Schließzeiten wohnortnahe Alternativen anzubieten. Aus Sicht der SPD bestand die Sorge, dass längere Wege zu anderen Wertstoffhöfen die Entsorgung insbesondere für Menschen ohne Auto erschweren und zugleich die Gefahr illegaler Müllablagerungen erhöhen könnten.

Im Frühjahr 2022 gab es schließlich Bewegung. Nach Gesprächen mit aha konnte die zunächst nur eingeschränkt angebotene Grüngutannahme an der Neue-Land-Straße deutlich ausgeweitet werden. Statt zuvor zwölf Stunden pro Woche sollte die Annahmestelle nun insgesamt 26 Stunden wöchentlich geöffnet sein. Neu hinzu kam insbesondere eine Öffnung am Samstag.

Noch wichtiger war die Perspektive für den eigentlichen Wertstoffhof: aha stellte damals in Aussicht, den Standort Neue-Land-Straße dauerhaft zu erhalten und den Wertstoffhof nach Abschluss der erforderlichen Baumaßnahmen im Jahr 2025 wieder in Betrieb zu nehmen.

Damit gab es erstmals eine konkrete Perspektive für den Standort. Die ausgeweitete Grüngutannahme stellte eine wichtige Übergangslösung dar, sollte die vollständige Wiedereröffnung des Wertstoffhofs jedoch nicht ersetzen.

2023 und 2024: Warten auf die angekündigte Wiedereröffnung

Nach den Entwicklungen des Jahres 2022 wurde es zunächst ruhiger um den Wertstoffhof Neue-Land-Straße.

Damit blieb zunächst die zuvor kommunizierte Perspektive bestehen: Der Standort sollte erhalten bleiben und der Wertstoffhof nach Abschluss der erforderlichen Baumaßnahmen wieder in Betrieb genommen werden. Als Ziel für die Wiedereröffnung war 2022 das Jahr 2025 genannt worden.

Während der eigentliche Wertstoffhof geschlossen blieb, stand den Menschen im Stadtbezirk weiterhin die eingerichtete Grüngutannahme als eingeschränkte Übergangslösung zur Verfügung.

Je näher das angekündigte Jahr 2025 rückte, desto wichtiger wurde allerdings die Frage, ob und wann aus der angekündigten Wiedereröffnung tatsächlich Realität werden würde.

2025: Die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung erfüllt sich nicht

Die Frage nach der Wiedereröffnung des Wertstoffhofs Neue-Land-Straße begleitete den Stadtbezirk zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehreren Jahren. Bei der ursprünglichen Schließung 2021 war zunächst von einer sechsjährigen Bauphase die Rede gewesen. Nach Gesprächen mit aha gab es 2022 jedoch eine deutlich frühere Perspektive: Der Wertstoffhof sollte erhalten bleiben und bereits 2025 wieder in Betrieb genommen werden.

Als das angekündigte Jahr erreicht war, wurde deshalb auch der Stadtbezirksrat wieder aktiv. Im März 2025 brachte die CDU-Fraktion einen Antrag zur Wiedereröffnung des Wertstoffhofs ein. Bündnis 90/Die Grünen änderten die ursprünglich geforderte Wiedereröffnung „in diesem Frühjahr“ in eine „schnellstmögliche“ Wiedereröffnung.

Für die SPD-Fraktion erklärte Bezirksratsherr Dr. Ohse in der Sitzung, nach seinen Informationen sei eine Wiedereröffnung im September 2025 vorgesehen. Die SPD unterstützte den Antrag. In der geänderten Fassung beschloss der Stadtbezirksrat schließlich einstimmig, dass die Verwaltung Kontakt mit aha aufnehmen und auf eine schnellstmögliche Wiedereröffnung hinwirken solle.

Die Hoffnung auf eine vollständige Wiedereröffnung im Laufe des Jahres erfüllte sich jedoch nicht. Damit war erneut offen, wann aus der seit Jahren angekündigten Rückkehr des Wertstoffhofs tatsächlich Realität werden würde.

2026: Erneuter Druck für die Wiedereröffnung

Auch 2026 blieb die Zukunft des Wertstoffhofs Neue-Land-Straße ungeklärt. Nachdem sich die Hoffnung auf eine Wiedereröffnung im Jahr 2025 nicht erfüllt hatte, beschäftigte sich der Stadtbezirksrat erneut mehrfach mit dem Standort.

Bereits im Februar fragte die CDU-Fraktion nach dem Stand der Wiedereröffnung. Im Mai stand das Thema erneut ausführlich auf der Tagesordnung. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete aha an einem neuen Wertstoffhofkonzept für die gesamte Region Hannover. Auf die Frage, ob sich daraus bereits Aussagen für einen Wertstoffhof in Groß-Buchholz ableiten ließen, erklärte die Verwaltung, dass das Konzept zunächst durch einen Gutachter erarbeitet werde. Dabei solle unter anderem die Verteilung der Wertstoffhöfe innerhalb der Region untersucht werden. Ergebnisse wurden für Ende 2026 angekündigt; Teilergebnisse sollten nicht vorab veröffentlicht werden.

SPD und Bündnis 90/Die Grünen wollten auf diese Ergebnisse jedoch nicht einfach warten. Mit einem gemeinsamen Antrag forderten sie im Mai, den Wertstoffhof Neue-Land-Straße schnellstmöglich, spätestens jedoch zum 1. April 2029 wiederzueröffnen. Bezirksratsherr Sven Fulst brachte den Antrag für die beiden Fraktionen in die Sitzung ein.

Für den Fall weiterer Verzögerungen sollte nach dem Antrag entweder ein eingeschränkter Betrieb am bisherigen Standort ermöglicht oder ein temporärer Ersatzstandort im Stadtbezirk gefunden werden. Darüber hinaus sollte aha gemeinsam mit den umliegenden Kleingartenvereinen nach zusätzlichen Möglichkeiten für die Entsorgung von Grünschnitt suchen, beispielsweise durch zeitweise Annahmestellen oder die Bereitstellung von Containern.

Die Diskussion zeigte zugleich, wie sehr die jahrelange Schließung weiterhin im Stadtbezirk wahrgenommen wurde. Auch Einwohnerinnen und Einwohner beteiligten sich in der Sitzung an der Debatte und schilderten die Auswirkungen der Situation.

Im September rückte schließlich neben der grundsätzlichen Wiedereröffnung auch das konkrete Angebot am Standort in den Mittelpunkt. SPD und Bündnis 90/Die Grünen beantragten, dass am Wertstoffhof Neue-Land-Straße künftig auch wieder Elektroschrott abgegeben werden kann.

Damit hat sich die Diskussion seit der Schließung 2021 weiterentwickelt: Es geht inzwischen nicht mehr allein darum, ob der Wertstoffhof zurückkehrt, sondern auch darum, wann er wieder vollständig zur Verfügung steht, welche Übergangslösungen bis dahin angeboten werden und welche Wertstoffe vor Ort angenommen werden können.